28. February 2009
Das war ein Ausspruch, den mir ein begeisterter Zuhörer gestern auf der Hochzeit von Kollegen meiner Mutter zugerufen hat. Wir hatten nämlich gerade das Flaschenkonzert von einem Anonymus, einem Künstler des ausgehenden 20. Jahrhunderts, aufgeführt: Dabei handelt es sich um ein Stück für eine Flöte und 10 Flaschen. Letztere werden durch Einfüllen von Wasser auf eine bestimmte Tonhöhe gebracht.
Während acht der Flaschen Bitburger- Bierflaschen waren, bevorzugte ich BIONADE. Und da ich die tiefsten Töne hatte (den Bass mit g und c’), wurde ich dann halt nach der Aufführung mit Bassbionade angesprochen.
Für das Publikum – sowie die Musiker selber – war es ein sehr unterhaltsamer Programmpunkt – nur mir blieb noch Minuten nach der eigentlichen Aufführung die Luft weg, als Bass braucht man nämlich eine äußerst starke Lunge.
7. February 2009
“Lorem ipsum” – den Text kennt wohl jeder, der sich mit Layout beschäftigt. Aber woher kommt dieser Blindtext eigentlich? Das wissen die wenigsten. Tatsächlich ist dieser Blindtext eine entstellte Fassung eines lateinischen Textes. Hierbei handelt es sich um zwei Abschnitte aus Cicero (was sonst?) « De finibus bonorum et malorum »: I 10.32-10.33.
Im Folgenden werden die lateinischen Texte wiedergegeben; Lorem-ipsum-Text wird dabei fett hervorgehoben:
[32] Sed ut perspiciatis, unde omnis iste natus error sit voluptatem accusantium doloremque laudantium, totam rem aperiam eaque ipsa, quae ab illo inventore veritatis et quasi architecto beatae vitae dicta sunt, explicabo. Nemo enim ipsam voluptatem, quia voluptas sit, aspernatur aut odit aut fugit, sed quia consequuntur magni dolores eos, qui ratione voluptatem sequi nesciunt, neque porro quisquam est, qui dolorem ipsum, quia dolor sit, amet, consectetur, adipisci velit, sed quia non numquam eius modi tempora incidunt, ut labore et dolore magnam aliquam quaerat voluptatem. Ut enim ad minima veniam, quis nostrum exercitationem ullam corporis suscipit laboriosam, nisi ut aliquid ex ea commodi consequatur? Quis autem vel eum iure reprehenderit, qui in ea voluptate velit esse, quam nihil molestiae consequatur, vel illum, qui dolorem eum fugiat, quo voluptas nulla pariatur? [33] At vero eos et accusamus et iusto odio dignissimos ducimus, qui blanditiis praesentium voluptatum deleniti atque corrupti, quos dolores et quas molestias excepturi sint, obcaecati cupiditate non provident, similique sunt in culpa, qui officia deserunt mollitia animi, id est laborum et dolorum fuga. Et harum quidem rerum facilis est et expedita distinctio. Nam libero tempore, cum soluta nobis est eligendi optio, cumque nihil impedit, quo minus id, quod maxime placeat, facere possimus, omnis voluptas assumenda est, omnis dolor repellendus. Temporibus autem quibusdam et aut officiis debitis aut rerum necessitatibus saepe eveniet, ut et voluptates repudiandae sint et molestiae non recusandae. Itaque earum rerum hic tenetur a sapiente delectus, ut aut reiciendis voluptatibus maiores alias consequatur aut perferendis doloribus asperiores repellat.Cicero, De finibus bonorum et malorum I 10.32-10.33
Und was heißt dieser Text jetzt? zeno.org verrät es uns:
(§ 32.) Damit Ihr indess erkennt, woher dieser ganze Irrthum gekommen ist, und weshalb man die Lust anklagt und den Schmerz lobet, so will ich Euch Alles eröffnen und auseinander setzen, was jener Begründer der Wahrheit und gleichsam Baumeister des glücklichen Lebens selbst darüber gesagt hat. Niemand, sagt er, verschmähe, oder hasse, oder fliehe die Lust als solche, sondern weil grosse Schmerzen ihr folgen, wenn man nicht mit Vernunft ihr nachzugehen verstehe. Ebenso werde der Schmerz als solcher von Niemand geliebt, gesucht und verlangt, sondern weil mitunter solche Zeiten eintreten, dass man mittelst Arbeiten und Schmerzen eine grosse Lust sich zu verschaften suchen müsse. Um hier gleich bei dem Einfachsten stehen zu bleiben, so würde Niemand von uns anstrengende körperliche Uebungen vornehmen, wenn er nicht einen Vortheil davon erwartete. Wer dürfte aber wohl Den tadeln, der nach einer Lust verlangt, welcher keine Unannehmlichkeit folgt, oder der einem Schmerze ausweicht, aus dem keine Lust hervorgeht? (§ 33.) Dagegen tadelt und hasst man mit Recht Den, welcher sich durch die Lockungen einer gegenwärtigen Lust erweichen und verführen lässt, ohne in seiner blinden Begierde zu sehen, welche Schmerzen und Unannehmlichkeiten seiner deshalb warten. Gleiche Schuld treffe Die, welche aus geistiger Schwäche, d.h. um der Arbeit und dem Schmerze zu entgehen, ihre Pflichten verabsäumen. Man kann hier leicht und schnell den richtigen Unterschied treffen; zu einer ruhigen Zeit, wo die Wahl der Entscheidung völlig frei ist und nichts hindert, das zu thun, was den Meisten gefällt, hat man jede Lust zu erfassen und jeden Schmerz abzuhalten; aber zu Zeiten trifft es sich in Folge von schuldigen Pflichten oder von sachlicher Noth, dass man die Lust zurückweisen und Beschwerden nicht von sich weisen darf. Deshalb trifft der Weise dann eine Auswahl, damit er durch Zurückweisung einer Lust dafür eine grössere erlange oder durch Uebernahme gewisser Schmerzen sich grössere erspare.Cicero, De finibus bonorum et malorum I 10.32-10.33 (bei zeno.org)
Ist doch interessant zu wissen, woher eigentlich dieser Blindtext kommt. Man kopiert ihn tagtäglich, weiß aber nie, woher er eigentlich kommt. Jetzt wisst ihrs.
6. February 2009
Heute erzähle ich mal ein bißchen über Biologie – hier insbesondere über PKU. Was ist denn das?
Also: PKU ist die Abkürzung für eine Krankheit, die ausgeschrieben eigentlich Phenylketonurie heißt. Dabei handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, in Folge derer der Organismus, der das Enzym Phenylalaninoxidase bildet, die Arbeit verweigert. Dieses ist aber notwendig, um die Aminosäure Phenylalanin in die Aminosäure Tyrosin umzuwandeln. Wenn jetzt diese Umwandel- Funktion also nicht mehr arbeitet (also keine Aminosäuren mehr umgewandelt werden), entstehen aus diesem Phenylalanin Stoffwechselprodukte, die die Nervenzellen schädigen.
Und jetzt ein Originalzitat aus einem Biologie- Blatt, der die Folgen dieser Schädigung aufzeigt:
Als Krankheitsbild ergibt sich Schwachsinn.
Schwachsinn, oder? Nein, natürlich nicht. Schwachsinn ist hier mit “nicht mehr ganz richtig ticken” oder “nicht mehr alle Tassen im Schrank haben” gleichzusetzen.
Das Dumme, wenn man an dieser PKU erkrankt ist, ist: Man darf ab sofort nur noch Nahrung zu sich nehmen, die kein oder nur wenig Phenylalanin enthalten. Aber da dieses Phenylalanin in Eiern, Fleisch, Fisch, Soja, Gemüse, Nüssen, Samen, Weizenkeimen und Milchprodukten vorkommt, ist man dann in seinem täglichen Speiseplan schon sehr stark eingeschränkt. Da bleibt außer Obst nicht mehr so viel übrig. Und wenn man dann gegen Obst auch noch eine Allergie hat … Also isch weiß et nit …