23. September 2010

Wochenlinks

Gesammelte Netzfundstücke vom 2. September bis zum 23. September 2010. Heutiger Schwerpunkt: Virtualisieren unter Linux.

  • VMware Player unter Linux: Der VMware Player ist ein sehr gutes Tool, um zu virtualisieren. Virtualisieren ist zum Beispiel für das Ausprobieren eines neuen Betriebssystems sehr nützlich. Diese beiden Anleitungen zeigen, wie man das Programm auch unter Linux (Ubuntu) zum Laufen bringt.
  • Youtube-Video der Woche: Ein geniales Cover eines Songs einer sehr bekannten Rockband, den Sie sicher alle kennen. Nur eine kleine Besonderheit dabei: Diesmal singt eine Frau den Leadgesang! Now that’s cool! Let’s rock!
  • CD-Empfehlung der Woche: Einfach mal entspannen — am besten mit Donald Fagen und seinem Soloalbum “Nightfly” aus dem Jahre 1983.
10. September 2010

Kurz gebloggt: Website horizontal und vertikal zentrieren

Manchmal mag es schön aussehen, wenn man einer Website eine feste Höhe sowie eine feste Breite verpasst und diese Box, die dabei entsteht, dann vertikal und horizontal zentriert. Wie das geht? Mit ganz wenig CSS. Der folgende Artikel zeigt wie's geht.

Dieses kleine Codeschnipselchen habe ich bei einer meiner zahlreichen Netzreisen gefunden.

#wrapper {
  width:800px;
  height:600px;
  /* für horizontale und vertikale Zentrierung */
  position: absolute;
  left:50%;
  margin-left:-400px;  /* Um die Hälfte der Breite nach links schieben */
  top:50%;
  margin-top:-300px;  /* Um die Hälfte der Höhe nach oben schieben */
}

Wie arbeitet der Code? Ganz einfach:

  • In Zeile 2 und 3 werden Breite und Höhe des Containers festgelegt.
  • Für die horizontale und vertikale Zentrierung ist eine absolute Positionierung des Containers notwendig. (Zeile 5)
  • Die nächsten Zeilen sorgen für die eigentliche Zentrierung. (Zeile 6-9) Hierbei sind nur die margin-Werte jeweils anzupassen. Der margin-left-Wert muss stets die Hälfte der Breite in px betragen, der margin-top-Wert die Hälfte der Höhe in px.

Im HTML legt man dann einfach ein div-Container an, der sämtliche Inhalte enthält:

<div id="wrapper">
  <p>Hier kommt sämtlicher Inhalt hin.</p>
</div>

Fertig. Horizontal und vertikal zentriert. So einfach ist das.

9. September 2010

Stuttgart 21 — ein Gastbeitrag von Henriette Jung

Die Henriette hatte mich ja neulich in den Kommentaren zu Teil 2 der momentanen Energiepolitik im Weblog gefragt, ob ich mich nicht einmal über Stuttgart 21 auslassen wollte. Als ich dies verneinte, erklärte sie sich kurzerhand bereit, mal wieder einen Gastbeitrag (der vorher im SchülerVZ veröffentlicht wurde) hier im Weblog zu schreiben. Nun denn: Ein Gastbeitrag von Henriette Jung zum Thema "Stuttgart 21", ein "wieder regionales Thema, das uns in seiner Theorie aber alle angeht", wie sie selbst schreibt.

Ich möchte mich an dieser Stelle nicht mit dem Bauvorhaben an sich auseinandersetzen, eine kleine Erklärung für Nicht-Badener, die keinen Bock haben, sich durch 5.730.000 Google-Einträge zu klicken. Vom Wikipedia-Artikel möchte ich abraten, er ist nicht gerade ein Musterbeispiel für Neutralität…

Der Stuttgarter Hauptbahnhof existiert seit dem 19. Jahrhundert als Kopfbahnhof. Diese Form hat sich z.B. in Frankfurt bestens bewährt, und lässt Bauvorhaben direkt in der Nachbarschaft zu, da sich die Schienen nur an einer Seite befinden. Schwer bepackte Reisende können barrierefrei umsteigen. Allerdings kostet der Wechsel der Fahrtrichtung viel Zeit. Aus diesem Grund möchte die Stuttgarter Stadtverwaltung ihren Hbf in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umbauen. Dieses Projekt liegt seit Anfang der 90er in der Schublade, die veranschlagten Kosten erhöhen sich von Jahr zu Jahr, zurzeit stehen sie bei ungefähr 4 Milliarden Euro. Wenn man sich einmal die geografische Lage des Bahnhofs ansieht, dann sieht man, dass sich der Bahnhof mitten in der Stadt befindet. Wo sollen dann die Schienen verlegt werden?

In der öffentlichen Verlautbarung der Baupläne (pdf) werden zwar die erhofften Vorteile angepriesen, aber Einblicke in das neue Schienennetz erhält niemand.

Kein großes Bauvorhaben ohne Meinung des mündigen Volkes - sofern man diese denn zulässt…

Als das Projekt erstmals ins Gespräch kam, erhielt es von Seiten der Bürger noch große Zustimmung. Damals war aber auch nur eine halb so große Summe veranschlagt. Außerdem ist das jetzt 20 Jahre her, eine neue Generation mündiger Bürger ist herangewachsen, die schon über GoogleEarth herausfinden können, dass 4 Milliarden nicht ausreichen werden, um eine 2,7-Millionen-Stadt sprichwörtlich zu untergraben…

Am 14. November 2007 wurden im Rathaus 67.000 Unterschriften gegen das Projekt übergeben, 61.193 erwiesen sich als gültig; notwendig waren 20.000. Der Antrag auf Zulassung eines Bürgerentscheids über den “Ausstieg der Landeshauptstadt aus dem Projekt Stuttgart 21” wurde am 20. Dezember 2007 vom Stuttgarter Gemeinderat mit 45 zu 15 Stimmen abgelehnt, mit der Begründung, dass er rechtlich unzulässig sei; der Bürgerentscheid richte sich gegen Grundsatzbeschlüsse des Gemeinderats aus den Jahren 1995 (Rahmenvereinbarung) und 2001 (Ergänzungsvereinbarung) und sei entsprechend der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg, die eine Antragsfrist von sechs Wochen nach Veröffentlichung der Gemeinderatsbeschlüsse vorsehe, verfristet; außerdem verfolge der Bürgerentscheid das gesetzeswidrige Ziel der Aufhebung der bereits vor Beantragung des Bürgerentscheids wirksam abgeschlossen Ergänzungsvereinbarung; zudem sei das Ziel der Aufhebung unzulässig, weil es eine dem Gemeinderat vorbehaltene finanzielle Grundsatzentscheidung betreffe. (Presseerklärung des Regierungspräsidiums Stuttgart)
Versucht erst gar nicht, diese Begründungen nachzuvollziehen…

Laut aktuellen Umfragen des Forsa-Instituts lehnen 67% der Bürger das Projekt ab. Laufend finden neue Demonstrationen statt, an der letztes beteiligten sich 8000 Menschen. Interessiert das irgendjemanden aus der Stadtverwaltung? Nein! Man setzt sich elegant über die Ablehnung der Bürger hinweg, die wüssten ja gar nicht, wie das neue Schienennetz aussehen wird. Hmm… Warum wohl?

Anlässlich der geringen Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl im letzten Jahr beklagte man sich allenthalben über die “Politikverdrossenheit” in Deutschland. Das Projekt Stuttgart 21 bzw. seine Umsetzung ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie ebendiese entsteht.

In einer Demokratie führen gewählte Vertreter den Willen des Volkes aus. In Stuttgart wird die Bevölkerung bevormundet wie ein minderjähriges Kind. Die Bürger werden sich ihrer Ohnmacht bewusst, die Bauarbeiten sind nicht aufzuhalten, obwohl zwei Drittel der Bevölkerung dagegen sind, obwohl inzwischen schon Demonstranten unter Lebensgefahr auf den Dächern der abzureißenden Gebäude Sitzblockaden abhalten.

Irgendwann werden die Bagger anrücken und die letzten Aktivisten werden das Feld räumen. Irgendwann wird man feststellen, dass 4 Milliarden nicht ausreichen, um das Schienennetz einer Großstadt zu verlegen. Irgendwann wird es sich rächen, dass man den gesamten Regionalverkehr für Jahre lahmgelegt hat. Irgendwann werden die Steuerzahler vor einem riesigen Schuldenberg stehen.

Doch dann ist es zu spät.

7. September 2010

Merkel eingeknickt, Atomkonzerne jubeln — Die momentane Energiepolitik, Teil 3

Man glaubt es kaum: Merkel ist eingeknickt, die längeren Laufzeiten der AKWs sind so gut wie beschlossene Sache. Die Atomkonzerne jubeln. Verständlich, denn nach neuesten Berechnungen müssen sie nur bis zu 28% der zusätzlichen Gewinne an den Staat abführen; dabei hatte die Koalition noch bis vor kurzem stets davon geredet, mindestens 50% der Gewinne abzuschöpfen. Grund genug, wieder mal ein bißchen über unsere "Regierung" zu wettern.

So werden jetzt also die ältesten AKWs um 8 Jahre und die neueren sogar bis um 14 Jahre verlängert. Das ist allerdings nur eine Zahl auf dem Papier. In Wahrheit können die AKWs viel länger laufen, denn die längeren Laufzeiten werden ihnen nicht in Jahren, sondern in Strommengen zugeteilt. Wenn jetzt also die Kernkraftwerke nur mit geringer Last laufen oder gar ganz still stehen, verlängert sich ihre Lebensdauer.

Die Frage der Süddeutschen Zeitung, ob damit die Energiewende komme, kann ich für mich so beantworten: Natürlich nicht. Die Regierung hat durch ihre Entscheidung nur nochmal ihre Haltung gegenüber der Atomkraft bewiesen. Solange wie möglich, nur auf keinen Fall ein bißchen die erneuerbaren Energien fördern. Dieser Entschluss war in höchster Weise kontraproduktiv. Michael Bauchmüller hat es in der SZ auf den Punkt gebracht:

Ausgerechnet längere Laufzeiten für Kernkraftwerke, so werben Union und FDP, sollen den erneuerbaren Energien ganz neue Perspektiven verschaffen. AKWs für den Ökostrom? Das ist ungefähr so, als wollte sie den Bau neuer Autobahnen als Durchbruch für Radfahrer feiern. Mit anderen Worten: blanker Unsinn.Michael Bauchmüller, SZ vom Dienstag, den 7. September 2010

Blanker Unsinn, der Meinung bin ich auch. Wenigstens werden die Atom-Konzerne ab jetzt mit schärferen Auflagen, was die Sicherheit ihrer Anlagen betrifft, konfrontiert werden. Die Länder sollen dazu ermächtigt werden, den jeweils aktuellsten Stand der Nachrüst-Technik einzufordern. Sehr vernünftig. Wenn sich schon Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) nicht dazu durchringen konnte, den baulichen Schutz vor Terroranschlägen vorzuschreiben; derzeit würden die Kuppeln einiger alter Reaktoren einem Aufprall eines Passagierflugzeugs wohl kaum standhalten. Für die wenigsten Anlagen wäre das allerdings wirtschaftlich verkraftbar gewesen. Die Argumentation der Regierung: Die älteren Kraftwerke laufen ja auch kürzer, also kann man auf diese Schutzummantelung auch gleich ganz verzichten.

Die Frage, was mit dem ganzen Atommüll passiert, ist unterdessen immernoch nicht geklärt. Die 4800 Tonnen (entsprechen 450 Castoren) zusätzlicher Müll müssten vorerst auch im Salzstock Gorleben Platz finden. Dabei weiß man noch immer nicht, ob der Salzstock als atomares Endlager überhaupt geeignet ist. Die Erkundungsarbeiten sollen am 1. Oktober starten.

Das Atomgesetz, das ohnehin geändert werden muss, jetzt wo die längeren Laufzeiten durchgewunken sind, will man bei der Gelegenheit auch noch gleich mit einem Enteignungspassus bestücken. So könnten Bauern, unter deren Land sich Teile des Salzstocks befinden, schlicht und einfach enteignet werden. Das riecht doch schon nach Protest.

SPD und die Grünen haben schon großangelegte Protestaktionen angekündigt, falls die Bundesregierung an der Länderkammer vorbei agieren will. Die Hauptargumente der Parteien: Die Regierung sei käuflich, sie verkaufe die Sicherheit der Bürger an die Stromkonzerne, die Wende hin zum Ausbau erneuerbare Energien werde blockiert und das Problem der Endlagerung des Atommülls werde nicht gelöst, sondern durch noch mehr Brennstoffabfälle nur noch verschärft. Sigmar Gabriel (SPD) wetterte: “So dreist ist in Deutschland noch nie der Eindruck erweckt worden, Politik sei käuflich. Die haben Geld geboten — und die anderen haben danach Gesetze gemacht.” Grünen-Chefin Claudia Roth formulierte es noch drastischer: “Im Kanzleramt regiert nicht die Kanzlerin der Bundesregierung Deutschland, sondern die Vollzugsgehilfin der Atomkonzerne.” Die Linke warf der Regierung vor, sie pfeife auf demokratische Prinzipien.

Und das schlimmste an der Sache: Merkel bezeichnet ihre geniale Energiepolitik (Achtung: Ironie!) als “Revolution”. Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion.

2. September 2010

Wochenlinks

Gesammelte Netzfundstücke vom 20. August bis zum 2. September 2010 — die Verschiebung um eine Woche nach hinten rührt daher, dass ich die Diskussion, die sich gerade um das Abschalten der Atomkraftwerke begonnen hatte zu entfalten, nicht einfach so durch einen neuen Blogeintrag unterbrechen wollte.

  • Bilder mit Hotspots versehen: Nehmen wir mal an, wir haben eine Website einer Band. Dort gibt es eine Unterseite “Besetzung” mit einem Bild der Bandbesetzung. Und bei diesem Bild will man auf die einzelnen Köpfe der Personen so verlinken. Wie mache ich das? Mit Hotspots. Und wie erstelle ich Hotspots? Das erklärt dieser Artikel.
  • Cross-Browser rgba(): Wie zaubere ich nur mit CSS Halbtransparenzen auf den Bildschirm? Also dass beispielsweise der Hintergrund bei einem Text, der über einem Bild schwebt, halbtransparent wird? Das erklärt Eric Eggert in einem Blogeintrag auf yatil.de.
  • Webfonts: Google Font API and the Google Font Directory — so nennt sich eine der neuen Erfindungen von Google, mit deren Hilfe man ganz einfach etwas ausgefallenere Schriften auf seinen Websites verwenden kann.
  • CSS3 Media Queries: Webautoren haben verschiedene Möglichkeiten, den Geltungsbereich von CSS auf bestimmte Medien einzuschränken, sowohl bei der Einbindung eines Stylesheets als auch für bestimmte Regeln innerhalb des Stylesheets. Mit CSS3 Media Queries ist es möglich, die Einbindung von CSS nicht nur von einem bestimmten Medium abhängig zu machen, sondern auch davon, ob das Medium oder Ausgabegerät bestimmte Merkmale aufweist oder nicht. Eine Präsentation von Michael Jendryschik.
  • Youtube-Video der Woche: Tina Turner — Golden Eye. Live in Amsterdam 1996. Was ne Show!
  • CD-Empfehlung der Woche: George Benson — Breezin’. Ein Jazz-Gitarrist und -Sänger von Weltklasse noch ganz am Anfang seiner Karriere. Die ehemalige LP (das erklärt auch die für eine CD doch relativ kurze Gesamtlaufzeit von ca. 35 Minuten) enthält unter anderem seinen Hit “This Masquerade”: Das ist der einzige Song mit Gesang auf der gesamten CD, aber schon an diesem einen Song erkennt auch der Laie: George Benson wird neben großartigem Gitarristen auch mal ein großer Sänger werden, der heute für seinen Unisono-Skatgesang gefürchtet wird.