22. July 2010

Heidelberger Kongresszentrum — ein Plädoyer von Henriette Jung

Aus höchst aktuellem Anlass wieder mal ein Gastbeitrag von Henriette Jung, diesmal zum Thema "Heidelberger Kongresszentrum: Stadthallen-Anbau ja oder nein?".

Update vom 25.7.2010 um 20:52 Uhr: Die Stadthalle wird NICHT angebaut! Jawoll! Richtig so!

Dieses Mal widme ich mich einem regionalen Thema.

Für die Nicht-Heidelberger eine kurze Erklärung:
Unser Bürgermeister Dr. Eckart Würzner plant, an die alte Stadthalle anzubauen, um mehr Platz für Kongresse u. ä. zu erschließen.
Alternativ dazu würde sich aber auch ein Standort in der Nachbarschaft des Hauptbahnhofs anbieten.
Nun ist in Heidelberg ein erbitterter Kampf der Altstadt- und Hauptbahnhofsbefürworter um die Wählerstimmen für die Abstimmung am Sonntag, den 25. Juli entbrannt.

Die Argumente der Anbau-an-die-alte-Stadthalle-Befürworter beziehen sich vor allem auf die finanzielle Lage unserer Stadt, an der die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbeigegangen ist.

  • Die neuen Kongressteilnehmer würden öffentliche Verkehrsmittel, Hotels und Restaurants nutzen und so sicherlich die veranschlagten Kosten von 19 Millionen Euro im Nu wieder reinholen. Diese Summe ist überhaupt nicht haltbar, weil allein der Bau des geplanten Parkhauses schon 16 Millionen verschlingen würde. Wenn beim Bau desselben das alte Gemäuer der Stadthalle beschädigt wird, dann gute Nacht!
  • Zweitens würde der Anbau an der Stadthalle Arbeitsplätze schaffen. Aber eigentlich ist es quantitativ gesehen völlig egal, ob diese Arbeitsplätze in der Altstadt oder am Bahnhof geschaffen werden.
  • Drittens sei in den letzten Jahren die Anzahl der Kongressteilnehmer um 40% gesunken, was alarmieren und zu Veränderungen aufrütteln soll. Was mir aber vollkommen schleierhaft ist: Wenn es schon so wenig Teilnehmer sind, warum muss dann das Gebäude, in dem diese sich aus dem Weg gehen, noch größer werden?
  • Viertens wäre die Lage direkt am “Verkehrsknotenpunkt” B37 - Neckarstaden sehr günstig für die Anfahrt. Aber was ist verkehrgünstiger gelegen als ein Gebäude direkt am Hauptbahnhof? Zumal man sich dann nicht mit Bus, Bahn oder Taxi durch die wegen der Sperrung der Ziegehäuser Landstraße ohnehin schon überfüllte Innenstadt quälen muss?

Warum unser Bürgermeister (der meiner Meinung nach nur auf der Suche nach seinem eigenen Denkmal ist) dann immer noch am Anbau an der Stadthalle festhält? Ich habe keine Ahnung. Mal sehen, was der Bürgerentscheid am Sonntag bringt…

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